Ein Ort, der verbindet: 40 Jahre Friedenskirche

Am 10. und 11. September 2005 feierten viele Menschen den 40. Geburtstag der Friedenskirche.

Gäste kamen auch aus Großbodungen, aus den Partnergemeinden Holzhausen und Otjiwarongo/Namibia und aus der Nachbargemeinde Herz-Jesu.

"Weil du heut' Geburtstag hast, ist bei uns was los" - Auf dem Gelände des Kindergartens Holzweg fand am 10. September eine Geburtstagsfeier für Kinder und (Groß-)Eltern statt. Zur Eröffnung kam die 'Friedenskirche' selbst vorbei und nahm Glückwünsche entgegen. (Dank an die neuen Zivis Jan Marten und Thomas Petrikowski, die das Kirchenmodell gebaut haben!)

Was sich eine Kirche zum Geburtstag wünscht? Sie hat es im Gespräch mit Jugendleiter Klaus Bauer verraten: "Ich freue mich über jeden Besuch, ob jung oder alt. Ich wünsche mir, dass mich die Menschen in guter Erinnerung behalten und gerne wiederkommen." Hoffentlich geht der Wunsch in Erfüllung! Die Kindergartenkinder haben die Kirche mit Blumen geschmückt und dann mussten noch die Kerzen auf dem Geburtstagskuchen ausgepustet werden - das war gar nicht so einfach!

Nach einem Stück vom Geburtstagskuchen standen jede Menge Spiele auf dem Programm. Hier musste man einem Esel mit verbunden Augen den Schwanz anstecken.

Und schließlich kam noch ein Überraschungsgast: Clown Luis zog junge und alte Festgäste in seinen Bann.

In der Friedenskirche fand zur gleichen Zeit ein Gemeindenachmittag statt. - Wussten Sie schon, dass es in der Feldmarker Springendahlstraße schon im 16. und 17. Jahrhundert eine ökumenische Gottesdienststätte gab - und dass es bald wieder eine geben wird? Walter Stempel, Pastor und Superintendent in Ruhe und Kirchengeschichtler aus Leidenschaft, hatte zum Jubiläum der Friedenskirche seine Forschungsergebnisse mitgebracht. Da, wo heute die Hamminkelner Landstraße von der Reeser Landstraße abzweigt, befand sich damals das Melatenhaus, eine Stiftung für Weseler Bürger, die ansteckende Krankheiten hatten. Neben dem Wohnhaus und Gemüsegärten gehörte auch eine Kapelle zu dem mit einer Mauer eingefriedeten Komplex. Dort wurden von den jüngeren Pfarrer der Stadtkirche Willibrord regelmäßig Gottesdienste gehalten. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde in einem der vielen Kriege, die Wesel erleiden musste, die Einrichtung zerstört und es dauerte bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts bis in der Feldmark zunächst die katholische Herz-Jesu Kirche und vor 40 Jahren die Friedenskirche erbaut wurden. Pfarrer Johannes Vermöhlen wurde unter vielen anderen Gästen von Pfarrer von Derschau als langjähriger Weggefährte in der Feldmark begrüßt. Er konnte berichten, dass es auch in dem Altenheim, das unter der Leitung der Caritas in der Springendahlstrasse entstehen wird, einen Andachtsraum für alle christlichen Bewohnerinnen und Bewohner geben wird. Anschließend tauschten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, unter ihnen viele Ehemalige, eigene Erinnerungen und Erfahrungen aus 40 Jahren Friedenskirche aus.

Sa-gen-haft
Seit dem 10. September ist zu vernehmen, dass sich die Feldmarker mit besonderer Wonne in solchen dreisilbigen Sätzen verständigen. Okko Herlyn hatte den Weselern „aufs Maul geschaut" und in seinem Kabarettabend die „niederrheinische Trinität" in ihrer Sprache entdeckt: Un-glaub-lich! Ein eher gemütlicher Teil, in dem es viel zu lachen gab, war den Niederrheinern gewidmet. Dem ließ Herlyn, - selbst viele Jahre Pfarrer in Duisburg, - eine gepfefferte Attacke auf die anbiedernde Sprache in diesem Amt folgen. Wer dabei war, wird wohl zukünftig genauer auf das Niveau achten, wenn er einen Gottesdienst besucht. Ein befreites Lachen gesellte sich zum Applaus: Die Zuhörenden hatten sich (und ihre Pfarrer/innen?) wiedererkannt

"Christus ist unser Friede" - dieser Vers aus dem Epheserbrief (2,14) hat der Friedenskirche den Namen gegeben und stand im Mittelpunkt des Festgottesdienstes am 11. September. Eine große Weltkugel deutete an, dass dieser Friede Menschen unterschiedlicher Herkunft miteinander verbindet.

Presbyter und Presbyterinnen kurz vor dem Gottesdienst (mit Blick in die gut besetzte Friedenskirche) , unter ihnen Wilhelmina Gertze aus OtjiwarongoPresbyter und Presbyterinnen kurz vor dem Gottesdienst (mit Blick in die gut besetzte Friedenskirche) , unter ihnen Wilhelmina Gertze aus Otjiwarongo Gemeindemitglieder, die in Deutschland, in Russland und in der Demokratischen Republik Kongo geboren worden sind, berichteten von ihrem Weg zur Friedenskirche. Der ökumenische Horizont dieser Kirche wurde durch die Gäste aus den Partnergemeinden Holzhausen/Kyritz und Otjiwarongo/Nambia und aus der katholischen Nachbargemeinde Herz-Jesu greifbar. Der Singkreis und der Bläserkreis, unterstützt durch Großbodunger Bläserinnen und Bläser, waren für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes verantwortlich.

Superintendent Joachim Harder aus Holzhausen mit Pfarrer Christoph von DerschauSuperintendent Joachim Harder aus Holzhausen mit Pfarrer Christoph von Derschau Begegnungen nach dem GottesdienstBegegnungen nach dem Gottesdienst