Time to say goodbye

Abschied von Frau Kugelmann

Erzieherin Marlies Kugelmann wurde am 24.6. 2017 beim Sommerfest verabschiedet

Frau Kugelmann erzählt

Schon 1971 war Marlies Kugelmann, damals noch Marlies Sons, erstmalig bei der Kirchengemeinde Wesel als Kindergarten-Helferin im Kindergarten Gabainstraße beschäftigt. Nach der Weiterbildung an der Fachschule für Sozialpädagogik in Xanten absolvierte sie ihr Anerkennungsjahr 1974/75 in der Kindertagesstätte Gnadenkirche und war dort weiter als Erzieherin tätig. Persönliche Lebensschritte wie Hochzeit und Geburt des eigenen Kindes waren damals noch Gründe, die berufliche Laufbahn zu unterbrechen. So ging auch Marlies Kugelmann ihren beruflichen Weg als Erzieherin in mehreren Etappen. Seit 1993 hat sie in der vormaligen Kindertagesstätte Beguinenstraße/heute Familienzentrum am Lutherhaus ihre Prägung eingebracht und dabei viel Verlässlichkeit und Kreativität eingesetzt. Viele Sommerfeste, Adventaufführungen der Kinder bei den Seniorenfeiern im Lutherhaus, Gemeindefeste, Adventmarktstände, Ausflüge, Projekte, Kita Gottesdienste und auch den ganz normalen, sich immer wandelnden Alltag in der KiTa mit seinen wachsenden Herausforderungen hat sie mit gestaltet. „Manches, was heute Standard ist, wie etwa die U3 oder U1 Betreuung, war damals in meiner Ausbildung undenkbar“, erinnert sie sich, „aber die Kinder waren und sind mir immer das Wichtigste.“ Mehrere Generationen von Kinder und Eltern hat Marlies Kugelmann engagiert ein wichtiges Stück des Lebensweges begleitet. Beim Sommerfest des Familienzentrums am 24. Juni haben wir Marlies Kugelmann mit Dank und Segen im Kita-Gottesdienst verabschiedet. Pfarrerin Martina Biebersdorf und die Presbyter Monika Mecuß, Verena Schröer und Rolf Tenhaeff überbrachte den Dank und gute Wünsche im Namen des Trägers. Leiterin Marion Barche und das Team sowie der Elternrat schlossen sich mit eigenen Grußworten an und wünschten ihr Gottes Segen für die neue Zeit.

  

So langsam füllt es sich                                         Herzliche Wünsche zum Abschied

Vom Kindergarten Beguinenstraße zum Familienzentrum am Lutherhaus

 

Aus der Konzeption (2016) des Familienzentrums am Lutherhaus, Beguinenstraße 1:

Die Geschichte unseres Kindergartens

Nachdem die beiden Kindergärten der Evangelischen Kirchengemeinde in der Caspar-Baur-Straße und in der Komturstraße durch Kriegseinwirkung zerstört wurden, beschloss die Kirchengemeinde im Jahre 1948 in einer Wellblechbaracke in der Caspar-Baur-Straße notdürftig einen neuen Kindergarten zu errichten. In diesem Kindergarten konnten 60 Kinder betreut werden. Im Jahre 1954 wurden so viele Kinder neu angemeldet, das nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten gesucht werden musste. Im Jahre 1954 wurde der Bau eines Kinder-gartens an der Beguinenstrasse 1 genehmigt und auch gebaut. 120 Kinder konnten den neuen Kindergarten besuchen. Damals wurden noch 30 Kinder in einer Gruppe betreut.

2011 ist unsere Einrichtung auf hohen Niveau umgebaut und saniert worden. Ein Jahr waren wir ausgelagert im Kindergarten auf der Gabainstrasse bis wir zurück konnten in unsere, auf 2 Etagen aus-geweiteten, Räume zur Beguinenstrasse. Zur Zeit werden in 3 Gruppen 55 Kinder im Alter von 4 Monaten bis 6 Jahren betreut. Unser Kinder-garten ist mittlerweile zum Familienzentrum zertifi-ziert worden und ist eine Schwerpunktkita: „Sprache und Integration“, die dem Familienzentrum eine Sprachförderkraft gebracht hat, finanziert aus Bundesmitteln. Auch werden wir „plusKita“ genannt, was dem Familienzentrum und den Familien viele Möglichkeiten bietet.

Familienzentrum und „plusKITA“, was heißt das?

Familienzentren sind Kindertageseinrichtungen, die „zu einer Qualitätssteigerung in der frühkindlichen Bildung und Förderung beitragen, Eltern bei der Wahrnehmung ihrer Bildungs-und Erziehungsaufgaben stärken sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf sichern. Tageseinrichtungen für Kinder wer-den so Knotenpunkte in einem neuen Netzwerk, das Familien umfassend berät und unterstützt.“ Beratungs– und Hilfsangebote für Familien werden somit gebündelt und leichter vermittelt. Darüber hinaus bietet ein Familienzentrum zusätzliche Sprachförderung für Kinder und ihre Familien insbesondere für Kinder von 4 Jahren bis zum Schuleintritt, die keine Kita besuchen. Der Begriff “plusKITA“ löst den Begriff „sozialer Brennpunkt“ ab und besteht seit der Novellierung des Kibiz 2014. „plusKITA“ sind Kindergärten, die einen hohen Anteil von Kindern mit besonderen Unterstützungsbedarf des Bildungsprozesses haben. Die „plusKITA“ hat die Aufgabe die Bildungschancen der Kinder und deren Familien zu stärken, auf das Wohnumfeld abgestimmte pädagogische Konzepte zu entwickeln und die Eltern durch Elternarbeit und -stärkung in die Bildungsförderung mit ein-zubeziehen. Sie muss die Aufgabe erfüllen, zusätzliche Sprachförderung im Alltag zu integrieren und das pädagogische Personal muss sich durch Weiterbildungen den speziellen Anforderungen anpassen.

Unsere Arbeit

Wir arbeiten in unserer dreigruppigen Einrichtung mit 50-53 Kindern auf 2 Etagen. 10Kinder von 4 Monaten bis 3 Jahren werden in der unteren Gruppe ( Mäusegruppe) von 3 Erzieherinnen in Vollzeit betreut.

In der oberen Etage sind 2 Gruppen (Bienen- und Bärengruppe) mit Kindern von 2 bzw. 3-6 Jahren mit einer Gruppenstärke von 20 bzw. 23 Kindern.

Wir arbeiten Projektbezogen, gruppenübergreifend und situationsorientiert. Für unsere Kinder heißt das, dass sie sich zu Beginn des Kindergartenjahres für ein halbes Jahr entscheiden dürfen an welchen Projekten sie teilnehmen möchten, d.h. dass sich die Kinder nach Interessen zusammenfinden. Je nach Interesse der Kinder und nach neuen Ideen, können die Projekte weiter laufen oder aber es werden neue Projekte begonnen.

Wir sind eine Kindertagesstätte mit Schwerpunkt „Sprache und Integration“ und deswegen haben wir eine Sprachförderkraft mit 19 Stunden in der Woche, die über das Projekt Frühe Chancen eine Bundesinitiative, finanziert wird. Zusätzlich zu unserer Sprachförderkraft machen wir alltagsintegrierte Sprachförderung , d.h. wir bieten Spielmaterialien, die zum sprechen anregen, wir singen sehr viel, machen Kreisspiele und lesen den Kindern in unse-rer eigenen kleinen Bücherei etwas vor.

(die gesamte Konzeption erhalten im Familienzentrum, Ansprechpartnerin Leiterin Marion Barche, Tel. 0281/156-191)

   

 

                                                                               Impressionen von der Einführung der Leiterin Marion Barche