"Ein Herz und eine Seele"

Ein spannender Nachteulengottesdienst im Lutherhaus

In der Reihe der besonderen Gottesdienste am Sonntagabend gab es ein kleines Jubiläum zu feiern: Schon zum 10. Mal fand ein Nachteulengottesdienst statt. Diesmal ging es um das Thema Streit.


Am 20. September 2009 versammelte sich die Nachteulen-Gemeinde im Lutherhaus zum 10. Nachteulen-Gottesdienst. Der Titel "Ein Herz und eine Seele" wies schon auf das Thema Streit hin. Die Besucherrinnen und Besucher amüsierten sich noch einmal über Ekel Alfred - wirklich kein Vorbild für eine faire Streitkultur. Auf der anderen Seite machte eine Szene aus Loriots "Papa ante portas" deutlich, dass verlogene Harmonie fast noch schlimmer ist.

Wann darf man sich streiten? Vor allem: Wofür lohnt es sich gemeinsam zu streiten? Und wie sieht faires und konstruktives Streiten überhaupt aus?

Das Logo des Nachteulen-Gottesdienstes: natürlich eine Eule!Das Logo des Nachteulen-Gottesdienstes: natürlich eine Eule! Die Boxhandschuhe als Symbol für handgreiflichen StreitDie Boxhandschuhe als Symbol für handgreiflichen Streit

Auch die Deko machte deutlich worum es ging: Boxhandschuhe, Pfannen und Nudelholz standen für Auswüchse beim Streiten, Gartenzwerge und Stacheldraht für die ach so häufigen Nachbarschaftsstreitigkeiten, bei denen jede Partei auf ihrem Recht und ihrer Sicht der Dinge beharrt.

Nicht alle finden sie niedlich: GartenzwergeNicht alle finden sie niedlich: Gartenzwerge Stacheldraht zwischen Gartenzwergen - Symbol gestörter NachbarschaftStacheldraht zwischen Gartenzwergen - Symbol gestörter Nachbarschaft

Petra Ebbert und Dieter Skusa vom Improvisationstheater der Bocholter Bühne zeigten noch vor Beginn des Gottesdienstes vor dem Eingang zum Lutherhaus wie heftiger und unbeherrschter Streit aussieht. Für die nicht-eingeweihten Besucher eine durchaus abstoßende Szene. Wie dagegen sogar in Beziehungen, in denen häufiger Streit schon aus nichtigem Anlass an der Tagesordnung ist, noch eine Rückkehr zum respektvollen Umgang mit dem Partner möglich werden kann, machte Ulf Quandel deutlich. In einem Interview schilderte der Leiter der Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen beim Diakonischen Werk Wesel anschaulich Beispiele aus seiner Arbeit.

Pfarrerin Eva Holthuis stellte in ihrer Predigt die zwei Seiten von Jesus gegenüber: die Sanftmütigkeit aber auch die Entschlossenheit, für seine Wahrheit anderen gegenüber einzutreten. Sie appellierte an die Zuhörerrinnen und Zuhörer, ihnen unsympathische Zeitgenossen "zu lieben, aber nicht zu mögen" und sie mit unerwarteter Freundlichkeit zu überraschen, um das ewige Konfliktkarussell - wenigstens für einen Moment - anzuhalten.

Im Anschluss konnten die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher mit Hilfe eines Fragebogens ihre eigene Konfliktfähigkeit einschätzen und die Antworten mit ihren Nachbarn diskutieren. Manch eine(r) erfuhr, dass das Potential noch in einiger Hinsicht ausbaufähig ist...

Die Gottesdienstbesucherrinnen und -besucher beim Ausfüllen des FragebogensDie Gottesdienstbesucherrinnen und -besucher beim Ausfüllen des Fragebogens

Wie immer wurde der Gottesdienst von der Nachteulen-Combo begleitet und von der Firma Feldmann Sound Light & Design unterstützt.

Das Nachteulen-Team freut sich über Menschen, die sich mit neuen Ideen zu Themen und Gottesdienstgestaltung einbringen möchten. Wenn auch Sie demnächst aktiv mitgestalten möchten, wenden Sie sich an Pfarrerin Eva Holthuis, Tel. 0281/51028



Artikel Nr. 489 von Ulrike Schweiger-Lewin, erstellt: 21.09.2009, letzte Änderung: 14.06.2014
Schlagworte: Nachteulen Nachteulengottesdienst "Ein Herz und eine Seele" Lutherhaus "Petra Ebbert" "Dieter Skusa" "Bocholter Bühne" "Firma Feldmann Sound Light & Design" "Ulf Quandel" "Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen"