Gott sei Dank, es ist Sonntag

Erklärung der Kreissynode zur Sonntagsruhe

Die Kreissynode spricht sich gegen eine Ausweitung der Zahl der verkaufsoffenen Sonntage aus.

Die Kreissynode hat sich in ihrer Sitzung im Juni 2008 für die Sonntagsruhe und gegen eine Ausweitung der Zahl der verkaufsoffenen Sonntage ausgesprochen.

Die Erklärung im Wortlaut:

Der Sonntag ist, auch wenn viele es nicht mehr gelten lassen wollen, Ruhetag.

Der Sonntag ist für Christen Feiertag, an dem sie Gottesdienst feiern und auf Gottes Wort hören und sich auch auf diese Weise ihrer Werte bewusst werden.

Artikel 140 GG i. V. m. Art. 139 WRV bestimmt:
"Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt."

Solche Zeit der Ruhe und seelischen Erhebung ist nicht auf die Zeit des Gottesdienstes begrenzt, sondern umfasst den ganzen Tag.

Der Sonntag schützt davor, falschen Werten nachzulaufen. Er bietet vielmehr Gelegenheit zur Besinnung auf das, was im Leben zählt in Familie und menschlichem Miteinander.

Unbestritten ist, dass unsere Gesellschaft auf den Arbeitseinsatz vieler Menschen auch an Sonn- und Feiertagen angewiesen ist, gerade wenn sie sich um das Wohlergehen anderer Menschen mühen.

Wenn in diesen Tagen in Politik und Gesellschaft der Werteverfall in vielen Lebens- und Arbeitsbereichen lautstark und empört beklagt wird, darf nicht zugleich an diesem Werteverfall mitgewirkt werden, indem der Konsum über den Menschen und dessen Wert und Würde gestellt wird.

Wer es als Zeichen gesellschaftlicher Freiheit propagiert, zu allen Zeiten überall und alles kaufen zu können, versucht in Wahrheit, schützende Grenzen zu beseitigen und Kaufverhalten zu manipulieren.

Das durch die Verfassung geschützte hohe Gut des arbeitsfreien Sonntags darf nicht freiwillig ausgehöhlt werden.