Im Land der Gegensätze

Eine Weseler Delegation berichtet aus El Salvador

Vom 17.03. bis zum 30.03 erlebten Lena Wizner (17), Lisa Mindthoff (17), Karla Wagner (19) und Klaus Bauer (44), Mitglieder der Eine-Welt-Gruppe und Eine-Welt-Jugendgruppe Wesel, im Rahmen einer Begegnungsreise das Partnerschaftsland El Salvador mit all seinen Facetten. Hier zeigen wir Auszüge aus ihrem Bericht.

Zuerst besuchten wir die Hauptstadt San Salvador – eine Stadt voller extremer Gegensätze zwischen Arm und Reich. Auf der einen Seite Straßenkinder, die an Ampeln den Autofahrern Wasser und Obst anbieten oder Obdachlose, die direkt am Strassenrand zwischen Lärm und Müll leben. Auf der anderen SeiteDie Weseler in El Salvador (v.l.n.r. Karla Wagner, Klaus Bauer, Lisa Mindthoff, Lena Wizner): Foto: Jürgen TönnesenDie Weseler in El Salvador (v.l.n.r. Karla Wagner, Klaus Bauer, Lisa Mindthoff, Lena Wizner): Foto: Jürgen Tönnesen riesige amerikanische Einkaufszentren, erbaut nur für die Superreichen und die neue Mittelschicht, die von der Globalisierung profitieren.

In El Salvador leben 50% der Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Das zeigt sich in Stadtteilen wie Mejicanos, wo 250.000 Menschen auf engstem Raum zusammenleben, eine hohe Arbeitslosigkeit und Kriminalitätsrate herrscht. In diesem Stadtteil durften wir den Bürgermeister kennenlernen, dessen „Rathaus“ mit vier veralteten Computern auskommen muss.

Der Zeitpunkt der Reise war bewusst gewählt, da sich Ende März der Todestag von Erzbischof Oscar Romero zum 30. Mal jährt. Wir besuchten nicht nur den Ort seiner Ermordung, sondern nahmen auch an einer Lichterprozession anlässlich seines Wirkens teil. Oscar Romero wird vom Volk wie ein Heiliger verehrt und ist eine Symbolfigur für mehr Gerechtigkeit und eine bessere Zukunft.

Der zweite Teil unserer Reise führte uns zu den Partnerdörfern am Rio Lempa. Wir bezogen eine einfache Unterkunft in Nueva Esperanza, einer Gemeinde, die sich vor 19 Jahren aus Buergerkriegsflüchtlingen bildete. Wir hatten die Gelegenheit, mehrere Projekte der Eine-Welt-Gruppe Wesel in Nueva Esperanza und den umliegenden Dörfern zu besuchen. So waren wir beispielsweise in der Schule von Amando Lopez, in der die Schüler/innen im Rahmen des sogenannten „Früchteprojektes“ täglich eine vitaminreiche Nahrungsergänzung erhalten.

Aufwühlend war der Bericht von Soledad, einer Zeitzeugin des 20 Jahren zurückliegenden Bürgerkrieges. Sie Kinder an einer Schule in Nueva Esperanza (El Salvador) - Foto: K. BauerKinder an einer Schule in Nueva Esperanza (El Salvador) - Foto: K. Bauererzählte von ihren Erlebnissen als Flüchtling, von den Gräueltaten der Regierungsarmee und Todesschwadronen und von ihrer Rückkehr aus dem nicaraguanischen Exil in ihr Heimatland El Salvador.

Unsere Gespräche mit den Partner/innen vor Ort haben auch das Ziel, neue Projekte oder Schulpartnerschaften zu entwickeln.

Kurz vor der Rückkehr nach Deutschland ist deutlich: Wir kommen verändert nach Deutschland zurück. Diese Reise wird mit ihren vielfältigen Eindrücken bei jedem von uns Spuren hinterlassen.