VIEL _LÜCK. Fehlt noch ein kleines Stück vom Glück?

Diese Frage stellte sich am Sonntag, 14. März 2010 das Team des Nachteulen-Gottesdienstes und mit ihm die vielen Besucherinnen und Besucher, die am Abend in die Lauerhaas-Kirche gekommen waren. Bei der Beantwortung dieser Frage half ein besonderer Gast, nämlich der Theologe Professor Dr. Michael Roth.

 Schon zu Beginn wurde deutlich, dass "Glück" gar nicht so eindeutig beschrieben werden kann: In anderen Sprachen gibt es für das deutsche "Glück" drei oder gar vier Übersetzungen. Bei einem Sketch, den Martina Biebersdorf, Kerstin Schwefing und Ulrike Schweiger-Lewin eingeübt hatten, erkannten manche Zuschauerinnen sicher sich selber: Durch die Orientierung an falsch gewählten Vorbildern - in diesem Fall superschlanken Modells wie Heidi Klum - steht frau sich selber im Wege und wird beim Einkaufen immer unzufriedener. Auch die anschließend verteilten "Glücks-Killer-Kekse" regten zum Nachdenken und zum Austausch mit den anderen Gottesdienstteilnehmern an: Ihre Botschaften verhießen kein Glück, sondern wiesen im Gegenteil auf, wie man durch eigenes Zutun gerade das Glück verhindern kann, z. B. indem man alles mehr als 100%-ig machen will.

In Weckgläsern kann man nicht nur Obst und Gemüse einmachen...In Weckgläsern kann man nicht nur Obst und Gemüse einmachen... sondern auch das Glück! Hier ein Blick auf das "Glücksbüffet"sondern auch das Glück! Hier ein Blick auf das "Glücksbüffet"

Ein besonderer Gast an diesem Abend war Professor Dr. Michael Roth, der an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn Systematische Theologie lehrt. In einem spannenden Gespräch mit Pfarrerin Eva Holthuis wandte er sich den unterschiedlichen Seiten des Glücks zu. Dabei wurde z. B. klar, dass unser - oft durch die Werbung angeregtes - Haben-Wollen oft nur dem Gegenstand als solches gilt (z. B. weil unser Nachbar ihn schon hat!), ohne dass der Gegenstand irgendeinen bedeutsamen Wert für uns hat. So ist es kein Wunder, dass solche Anschaffungen uns letztlich nicht glücklich machen. Dass manche unserer Eigenschaften dem Glück im Wege stehen können, wurde deutlich, allerdings auch die Grenzen unserer Einflussnahme darauf. So bleibt eine wichtige Hoffnung, dass Gott uns zum Glück "befreien" möge.

Besucherinnen am "Glücksbüffet"Besucherinnen am "Glücksbüffet" Im lebhaften Gespräch: Pfarrerin Eva Holthuis und Prof. Dr. Michael RothIm lebhaften Gespräch: Pfarrerin Eva Holthuis und Prof. Dr. Michael Roth

In der Lauerhaas-Kirche war ein "Glücks-Büffet" aufgebaut worden, an dem unterschiedliche Glückssymbole, aber auch viele kleine Dinge, die für den einen oder die andere einen persönlichen Glücksmoment symbolisieren konnten, angeboten wurden. Die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher waren eingeladen, ihr persönliches Glück zu konservieren, indem sie es in ein Einmachglas füllten, das sie mit nach Hause nehmen konnten. Schnuller, Herzen, Glückskäfer und vieles andere mehr fanden viele interessierte Abnehmer.

Der Altarraum der Kirche am Lauerhaas - auch Schauplatz des SketchesDer Altarraum der Kirche am Lauerhaas - auch Schauplatz des Sketches

Die Nachteulen-Combo mit Martin Rohde, Albrecht, Anna und Eva Holthuis sorgte wieder für die musikalische Gestaltung, Rolf Feldmann für den reibungslosen technischen Ablauf.  Im anschließenden Nachtcafé war noch ausgiebig Gelegenheit, sich über den Gottesdienst, aber auch das Glück an sich auszutauschen, was auch viele der Besucherinnen und Besucher taten.

Schon jetzt laden wir herzlich ein zum nächsten Nachteulen-Gottesdienst am Sonntag, 14. November um 20 Uhr im Lutherhaus .



Artikel Nr. 569 von Ulrike Schweiger-Lewin, erstellt: 16.03.2010, letzte Änderung: 14.06.2014
Schlagworte: Lauerhaas Nachteulen-Gottesdienst "Professor Dr. Michael Roth" Glück