Das Haus Wittenberg ist Geschichte

Am Freitag, 17. Juni 2011, stand der Möbelwagen vor dem Haus Wittenberg. In kurzer Zeit war das komplette Mobiliar sowie -zig große Umzugskartons verstaut. Der Abschied von dem schönen, hellen und architektonisch interessanten Haus fällt vielen Gemeindemitgliedern nicht leicht.

Gerade mal 21 Jahre ist es her, dass das neue Gemeindehaus am Wittenberg im 7. Bezirk der Kirchengemeinde Wesel feierlich eingeweiht wurde. Neben den beiden damaligen Pfarrern der Gnadenkirche, Klaus Vogel und Helmut Butterweck, und dem Presbyterium waren am 4. Juni 1990 zahlreiche Menschen aus der Gemeinde gekommen um das moderne, lichtdurchflutete Haus zu bewundern. Ein Jahr zuvor, am 20. September 1989, war Richtfest gefeiert worden.

Richtfest Haus Wittenberg am 20.09.1989Richtfest Haus Wittenberg am 20.09.1989 Einweihungsfeier im Haus Wittenberg am 04.06.1990Einweihungsfeier im Haus Wittenberg am 04.06.1990
Pfarrer und Presbyter beim Richtfest - 20.09.1989Pfarrer und Presbyter beim Richtfest - 20.09.1989 Die Urkunde zur GrundsteinlegungDie Urkunde zur Grundsteinlegung

In der Urkunde zur Grundsteinlegung heißt es u. a.: "Mögen Menschen aller Generationen unter dem einladenden, bergenden Dach eine Heimat finden und miteinander über ihren Glauben an unseren Herrn und Schöpfer ins Gespräch kommen. Wir wünschen uns gute Kontakte, Spiel und Feier, damit Menschen sich miteinander freuen."

Tatsächlich wurde das Haus in den kommenden Jahren zu einer Stätte der Begegnung, die von den verschiedensten Gruppen genutzt wurde: Die Theatergruppe fand dort ebenso eine Heimat wie die Kochnische, die erste Männerkochgruppe der Gemeinde. Die Senioren trafen sich dort genauso regelmäßig wie die Kinder. Neben der Gnadenkirche war das Haus Wittenberg Treffpunkt für die Konfirmandenarbeit. Die schönen Räumlichkeiten wurden auch gerne von anderen Gruppen und Einrichtungen für Seminare und Fortbildungen angemietet. Und viele Feste wurden im großen Saal gefeiert.

Marlies Karrer und Ulrike Wollgarten haben noch jede Menge Umzugskartons zu füllen...Marlies Karrer und Ulrike Wollgarten haben noch jede Menge Umzugskartons zu füllen... Die Tische kommen ins Gemeindehaus GnadenkircheDie Tische kommen ins Gemeindehaus Gnadenkirche

Nachdem schon vor einigen Jahren der Beschluss gefasst worden war, aus finanziellen Gründen das Haus Wittenberg zu verkaufen und für den Bezirk Gnadenkirche das zentraler gelegene Gemeindehaus an der Wackenbrucher Straße zu behalten, wurde es nun im Juni 2011 ernst: Die letzten noch existierenden Gruppen wechseln den Ort bzw. schließen sich bestehenden Kreisen an (so befindet sich das Internet-Café jetzt im Haus am Dom, die Senioren können donnerstags den Offenen Treff an der Gnadenkirche besuchen und die Kinder wechseln ins katholische Pfarrheim). Alle Möbel, bis auf die fest eingebauten, mussten raus und das umfangreiche Inventar der Schränke musste in zahlreichen Umzugskartons verstaut werden.

Schnell füllt sich der große MöbelwagenSchnell füllt sich der große Möbelwagen Der Möbelwagen musste mehrmals fahrenDer Möbelwagen musste mehrmals fahren

Die Tische und Stühle wurden zur Gnadenkirche gebracht, während die alte Ausstattung des Gemeindehauses Wackenbrucher Straße an die Friedenskirche wechselt. Für vieles muss erst noch ein passender Platz gefunden werden, denn zurzeit platzt das Gemeindehaus an der Gnadenkirche aus allen Nähten, weil auch noch die Kinder der Kindertagesstätte aufgrund des Ausbaus dort untergebracht sind. Nach und nach werden die Räume renoviert werden und ein neues Konzept für die Gruppenverteilung erarbeitet werden.

Das waren sehr arbeitsintensive Tage, besonders für die langjährige Hausmeisterin von Haus Wittenberg, Ulrike Wollgarten, die Gemeindehelferin Marlies Karrer und den Küster der Gnadenkirche Christian Schröder. Allen gebührt ein großes Dankeschön für die gute Organisation und den engagierten Einsatz! Ulrike Wollgarten wird noch bis Ende des Jahres an der Gnadenkirche mithelfen.

Alles leer geräumt - der große helle Raum in der 1. EtageAlles leer geräumt - der große helle Raum in der 1. Etage Hier war mal das Café Witt - nun stehen hier nur noch einige Teppichbilder von Winfried WollgartenHier war mal das Café Witt - nun stehen hier nur noch einige Teppichbilder von Winfried Wollgarten

Am 1. Juli 2011 geht das Haus Wittenberg in die Hände der Stadtmission Wesel über, die dort ihr neues Gemeindezentrum aufbauen möchte. Möge das Haus weiterhin ein lebendiger Treffpunkt bleiben, wo Menschen über ihren Glauben ins Gespräch kommen - so wie es das Haus Wittenberg bisher war.

 

 



Artikel Nr. 735 von Ulrike Schweiger-Lewin, erstellt: 20.06.2011, letzte Änderung: 12.06.2014
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