Erzähl mir das Märchen vom Tod

Der Nachteulengottesdienst am Vorabend des Ewigkeitssonntags bot im Willibrordi-Dom eine ganz besondere Atmosphäre.

Trotz des ungewohnten Termins  an einem Samstagabend versammelte sich eine große Nachteulengemeinde im Dom. Schon beim Betreten der Kirche staunten die Besucherinnen und Besucher über die ungewöhnliche Beleuchtung, mit der das schöne Bauwerk hervorragend in Szene gesetzt wurde. Im Laufe des Gottesdienstes wechselten die Farben mehrfach und schufen jeweils eine unterschiedliche Atmosphäre.

Die Eule vor der farbig angestrahlten OrgelDie Eule vor der farbig angestrahlten Orgel Der Dom in ungewöhnlicher BeleuchtungDer Dom in ungewöhnlicher Beleuchtung

Das Thema "Tod" wurde mit seinen verschiedenen Facetten behandelt. Nach einer Präsentation von teilweise recht skurrilen Todesanzeigen zog die Märchenerzählerin Lia Brockmeyer die Besucherinnen und Besucher mit dem "Märchen vom Gevatter Tod" in ihren Bann, in dem ein junger Arzt versucht, den Tod auszutricksen, was ihm nicht gelingt. Der Wirkung des frei vorgetragenen Märchens konnte sich niemand entziehen und so folgten alle bereitwillig Lia Brockmeyer in die "Lichtergrotte", die vor dem Ben-Willikens-Altar aufgebaut war. Hier brannte eine Vielzahl unterschiedlich hoher Kerzen, die die einzelnen Lebenslichter des Märchens symbolisierten.

Lia Brockmeyer beim MärchenerzählenLia Brockmeyer beim Märchenerzählen Die Lichtergrotte vor dem Ben-Willikens-AltarDie Lichtergrotte vor dem Ben-Willikens-Altar

Wie im Nachteulengottesdienst üblich, bot sich den Gästen auch diesmal die Möglichkeit selber aktiv zu werden: Zum einen konnte man eine Lichtertüte nach eigenen Vorstellungen gestalten, was viele nutzen, um an liebe Menschen zu erinnnern, die sie verloren haben. Zum anderen konnte man sich mit unterschiedlichen Sprüchen über den Tod auseinander setzen, ihnen zustimmen oder sie ablehnen, wodurch sich lebhafte Gespräche ergaben.

Die "Rede vom Leben und Glauben" hielt Martina Biebersdorf und setzte sich dabei mit unterschiedlichen Aspekten des Todes auseinander, von der Frage "warum?" bis zum Trost in der christlichen Hoffnung auf Auferstehung. Unterbrochen wurden ihre Ausführungen durch Dialoge aus Jürgen Domians Buch "Interview mit dem Tod", die Ulrke Schweiger-Lewin und Bernd Siebert vortrugen.

Viele diskutierten über die Sprüche zum Thema TodViele diskutierten über die Sprüche zum Thema Tod Einige von zahlreichen bemalten LichtertütenEinige von zahlreichen bemalten Lichtertüten
Bernd Siebert und Ulrike Schweiger-Lewin bei ihrem VortragBernd Siebert und Ulrike Schweiger-Lewin bei ihrem Vortrag Die NachteulencomboDie Nachteulencombo

Wie immer spielte die Musik eine zentrale Rolle im Gottesdienst, ob beim "Lied vom Tod", bei "Candle in the wind" oder bei den modernen Liedern, die die Gemeinde mitsang. Wieder wirkte die Nachteulencombo mit Eva und Albrecht Holthuis und Martin Rohde mit.

Nach dem Gottesdienst blieben sehr viele bei Wein, Käse und Brot zu Gesprächen im Dom und schilderten, wie sie dieser Gottesdienst bewegt hatte und dass ein Nachteulengottesdienst sich durchaus mit einem so ernsten Thema einmal ungewohnt auseinandersetzen konnte.

Die Firma Feldmann light & sound hat mit aufwändigen technischen Installationen wesentlich zur Gestaltung dieses Gottesdienstes beigetragen. Hierfür und für die lange und zuverlässige Zusammenarbeit bedanken wir uns herzlich!

Die Herren Feldmann senior...Die Herren Feldmann senior... ...und junior bei den technischen Aufbauarbeiten im Dom...und junior bei den technischen Aufbauarbeiten im Dom

Hier weitere Impressionen aus dem illuminierten Dom

Fotos: Lewin