Er war ein "Brückenbauer", ein "Visionär" und ein "Mann mit einem großen Herzen."

Trauergottesdienst im Willibrodi-Dom für Eberhard Fricke am Tag der deutschen Einheit

Im Zeichen großer Anteilnahme stand der Trauergottesdienst für Eberhard Fricke am Tag der Deutschen Einheit im Willibrordi-Dom. Neben den engsten Angehörigen versammelten sich mehrere Hundert Trauergäste im vollbesetzten Dom, um ihre Trauer um den im Alter von 84 Jahren kürzlich Verstorbenen zum Ausdruck zu bringen. Es sollte eigentlich, wie Superintendent Thomas Brödenfeld es einleitend ausdrückte, ein Trauergottesdienst sein, der aber doch  in den Tagen der Vorbereitung  sich schließlich auch zu einem Dankgottesdienst wandeln sollte. So würdigten nicht nur Superintendent Brödenfeld sondern auch mit Rainer Rabsahl, Geschäftsführer des Evangelilschen Krankenhauses Wesel und Burkhard Landers, Präsident der Industrie- und Handelskammer vom Niederrhein, zwei weitere Weggenossen von Eberhard Fricke, das vorbildliche Wirken des Verstorbenen. Brödenfeld, der Eberhard Fricke vor allem aus seinem Wirken in Gemeinde, Kirchenkreis und kirchlichen Werken in den letzten Jahren erlebt hatte, stellte anhand eines Bibelwortes vor allem den "Brückenbauer" Eberhard Fricke vor, dem es immer wieder gleungen sei, mit seinem Glauben Mauern zu überwinden. Ganz im Sinne des Bibelwortes aus Psalm 18,30:"Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen" sah Brödenfeld an vielen Punkten diese besondere Gabe und Ausstrahlung im Wesen Frickes. Dieser hatte nicht zuletzt durch die Erfahrungen in der Kindheit eine große Leidenschaft entwickelt, sich gerade für benachteiligte Menschen als überzeugter Christ einzusetzen. Brödenfeld schilderte dabei die Erfahrungen des jungen Eberhard Fricke, als er als Kind die Verfolgung des Vaters als Pfarrer der Bekennenden Kirche in Frankfurt durch nationalsozialische Schergen erleben musste. Dieses habe ihn geprägt und ihn später bewogen, tatkräftig in leitender Funktion in Kirche und sozialen Ämtern segensreich zu wirken.

In ähnlicher Weise würdigten auch Rainer Rabsahl die Persönlichkeit Frickes. Er habe Herz, Hand und Verstand auf wunderbare Weise miteinander verbunden, sagte er. Schließlich erinnerte Burkhard Landers an den Mann, der sich u.a. in der Stuiftung Lühlerheim aufopferungsvoll für die "Brüder der Landstraße" und bei der Lebenshilfe für behinerte Menschen engagierte oder in der frühen Zeit der Einheit mit großem organisatorischem Geschick ein Alten- und Pflegeheim in Kyritz wiederaufgebaut hatte.

Im Gottesdienst erklangen zumeist die Lieder, die Eberhard Fricke sich selbst gewünscht hatte (u.a. das Lied "Mein schönste Zier und Kleinod" sowie "Jesu meine Freude"). Zum Ausgang wünschte sich der Verstorbene eine "geräuschlose" Kollekte für die Dombaustiftung und zugunsten eines Kirchenneubaus in der Evangelischen Kirchengemeinde Aachen-West. Dieser Wunsch wurde ihm auf eindrückliche Weise erfüllt. Über 4000,- Euro kamen am Ende in der Kollekte zusammen.

Besucher tragen sich in das Kondolenzbuch ein

Der Dom war vollbesetzt mit Trauergästen.