Der Willibrordi-Dom - Wesels Stadtkirche

Der Willibrordi-Dom - Wesels Stadtkirche

Der Willibrordi-Dom ist eine der größten und schönsten evangelischen Kirchen des Rheinlandes und zugleich Wesels Stadtkirche, in der die Evangelische Kirchengemeinde Wesel ihre Gottesdienste feiert. Bei besonderen Anlässen finden ökumenische Gottesdienste und regelmäßig samstags vor Ostern und Weihnachten ökumenische Marktandachten statt. Die Gemeinde nutzt den lichten Raum außerdem für Kunstausstellungen, Cafébetrieb und Gemeinderaum im Kirchraum.

Der Willibrordi-Dom gilt als die ‚gute Stube‘ der Stadt für weitere Veranstaltungen wie zum Beispiel Feiern zu Städtepartnerschaften, Jubiläen, Hansetage. Weit über Wesel hinaus strahlt die Kirchenmusik im Rahmen der Wesler Dom-Musik mit Orgelkonzerten und vielen anderen Konzerten. Seinen Namen hat der Dom vom Friesenmissionar Willibrord.

Zwei der insgesamt sechs Pfarrstellen der Kirchengemeinde Wesel sind am Willibrordi-Dom angeschlossen, ebenso die Stelle eines A-Kirchenmusikers und eines Küsters.

Blick aus dem Südschiff auf die HeresbachkapelleBlick aus dem Südschiff auf die Heresbachkapelle

Geschichte

Wesels Stadtkirche ist in zwei Bauphasen als spätgotische Basilika mit fünf Kirchenschiffen entstanden: von 1424 bis 1480 und von 1498 bis ca. 1540. Der Turm ist von 1478.

Seit 1407 war Wesel Mitglied der Hanse und entwickelte sich im Herzogtum Kleve zu einem wichtigen wirtschaftlichen und kulturellen Standort.

Schon um 780 n.Chr. stand an dieser Stelle eine Fachwerkkirche. Das Gebäude wurde mehrfach erneuert und vergrößert. In frühester Zeit unterstand die Kirche dem Kloster Echternach, der Grabstätte des Friesenmissionars St. Willibrord (gest. 739). Ob Willibrord selbst einmal in Wesel war, ist nicht gesichert.

Die Hansestadt Wesel war Hauptort des Herzogtums Kleve. Ostern 1540 schloss sich die Stadt der Reformation an. Der Rat der Stadt Wesel feierte mit mehr als 1000 Kirchgängern in der Willibrordi-Kirche das Abendmahl in beiderlei Gestalt.

Wesel galt von da an als protestantische Stadt und wurde ein Zentrum reformierten Kirchentums. Diese Entwicklung spiegelt sich bis heute in der schlichten Gestaltung des Gottesdienstraumes.

Besonders die Aufnahme von reformierten Glaubensflüchtlingen 1567/68 im spanisch-niederländischen Krieg und der Erlaubnis des Weseler Konvents der niederländisch Reformierten 1568 festigten den Ruf der Stadt als „Vesalia hospitalis“ – gastfreundliches Wesel.

Bis 1612 standen in der Willibrordi-Kirche über 20 Altäre und auch ein Taufbecken aus Stein wahrscheinlich in der Nähe von einem der Eingänge. Ende 1612 wurden die Altäre und auch der Taufstein entfernt. Es folgte ein schlichter Altartisch ungefähr dort, wo er auch heute steht. An die Stelle des Taufbeckens aus Stein trat 1636 eine silberne Taufschale, die bis heute in Gebrauch ist. Auf der Unterseite findet man den Namen des Spenders: Commissarius und Hauptmann Jobst Georg Grunewaldt 1636.

Im 19. Jahrhundert war die Kirche zeitweilig wegen Baufälligkeit geschlossen. Doch 1883 – 1996 erfolgte mit Mitteln der kaiserlichen Lotterie des Preußischen Herrscherhauses die neugotische Neugestaltung. Erst jetzt wurde der geplante Chorumgang ausgeführt. An diese Zeit erinnern über den Eingangsportalen Standbilder des Großen Kurfürsten und Kaiser Wilhelms.

Im Februar 1945 am Ende des 2. Weltkriegs wurde die Stadt Wesel durch alliierte Angriffe zu 97% zerstört; von der Willibrordi-Kirche blieb nur ein Torso Rest stehen.

Wiederaufbau

Wie Wesel zur Domstadt wurde

1947 gründete sich der Willibrordi-Dombauverein, eine Bürgerbewegung, die sich den Wiederaufbau und die bauliche Unterhaltung der Kirche zur Aufgabe machte.

Da es Fördergelder für Kirchen entsprechender Größe gab, wechselte der Name zu ‚Willibrordi-Dom‘.

Von 1948 - 1994 wurde der Dom durch den Willibrordi-Dombauverein wieder hergestellt. Der Wiederaufbau durch eine eigene Dombauhütte geschah im Rückgriff auf die mittelalterliche Ausführung. Die neugotischen Elemente wurden abgetragen. Aufgebracht wurde wieder ein Chorreiter. Von ihm erklingt fünfmal am Tag ein Glockenspiel.

Besonders sehenswert: Der lichtdurchflutete "großartigste historische evangelische Kirchenraum des Rheinlandes" (Rheinische Kunststätten, Heft 113).

Blick auf das untergehängte Ziergewölbe in der HerebachkapelleBlick auf das untergehängte Ziergewölbe in der Herebachkapelle

Die Heresbachkapelle (benannt nach dem Klever Humanisten Konrad Heresbach) ist abgetrennt durch schmiedeeiserne Gitter. In der Kapelle findet sich ein untergehängtes Ziergewölbe, ein Höhepunkt spätgotischer Steinmetzarbeit in Deutschland, rekonstruiert durch die Dombauhütte. Hier feiert die Gemeinde z.B. Andachten, Schulgottesdienste und Trauungen.

Das große Westfenster strahlt in der Turmhalle, farbig gestaltet nach einem Entwurf von Prof. Vinzent Pieper.

 

 

 

 

OrgelansichtOrgelansichtDie große Orgel steht (wie ihre Vorgängerin) an unkonventioneller Stelle im Chor und stammt aus dem Jahr 2000 mit 56 Registern, errichtet von der dänischen Orgelbaufirma Marcussen in Zusammenarbeit mit dem Architekten Schweitzer, Bonn.

Im südlichen Seitenschiff an der Westwand hängt seit 1996 ein neuzeitliches Kunstwerk, der "Weseler Altar" von Ben Willikens, Stuttgart.

 

 

Neue Prinzipalstücke als Abschluss des Wiederaufbaus 2013

2012/13 lobte der Dombauverein einen Wettbewerb mit acht Entwürfen zur Neugestaltung der Prinzipalstücke des Willibrordi-Doms aus. Er trug 60% der Kosten (Vorgabe im Wettbewerb 100.000 Euro) und betrachtete die Neugestaltung als Teil des weiteren Abschlusses des Wiederaufbaus des Doms mit seiner bisherigen ‚Kanzel’ der Notkirche.

 

 

 

Der Siegerentwurf der Architektin Jutta Heinze aus Duisburg wurde mit besonderer Kanzellösung, Altartisch und Ambo unter Verwendung von u.a. Bronze und Muschelkalk erfolgreich umgesetzt und am Reformationstag, 31.10.2013 in einem feierlichen Gottesdienst in Dienst genommen.

   

Fotos: K-H.Tieben

Neue Prinzipalstücke gewinnen 2015 Architekturpreis der Evangelischen Kirche im Rheinland

 

                                       Urkunde der Landeskirche

Mit der Neugestaltung der Prinzipalstücke nahmen Architektin und Kirchengemeinde am Architektur-Wettbewerb der Evangelischen Kirche im Rheinland teil. In der Kategorie ‚Künstlerische Ausstattung' wurden die Prinzipalstücke mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

So urteilte die Jury: "Das Preisgericht ist beeindruckt von der Selbstverständlichkeit, mit der sich die neuen Prinzipalstücke in die Architektur des Domes einfügen. Die zeitgemäße Interpretation der Prinzipalstücke trägt aber auch zur Auseinandersetzung mit moderner Kunst im historischen Kontext bei. Presbyterium und Förderverein haben eindrucksvoll den Mut bewiesen, sich das strikte und konsequente Entwurfskonzept der Architektin zu eigen zu machen und mit Gemeinde und Öffentlichkeit zu diskutieren. Dies wird durch das Preisgericht als sehr angemessene Haltung auch im Hinblick auf die Bedeutung des Weseler Domes gesehen. Die Klarheit des gotischen Raumes verlangt nach einer ebensolchen Klarheit für Kanzel, Ambo und Abendmahlstisch. Die gewählte Materialität und Farbigkeit nimmt in subtiler Weise Bezug auf die vorhandene Raumausstattung einschließlich der Orgel und fügt sich so zu einem sehr überzeugenden Gesamtkonzept. Herzlichen Glückwunsch der Kirchengemeinde Wesel, dem Dombauverein und der Architektin Jutta Heinze!" (Quelle: ekir.de)

   

                                         Preisverleihung November 2015

Öffnungszeiten/Kontakt

Der Willibrordi-Dom ist die Gottesdienststätte für die Weseler Innenstadt am Großen Markt. Gottesdienst ist sonn- und feiertags um 11 Uhr. Domkonzerte werden jeweils angezeigt.

Allgemeine Öffnungszeiten:

 Di, Mi, Do, Fr 14.30 - 17.00 Uhr

 Mi und Sa 10.00 - 12.00 Uhr

 Von Ostern bis 31. Oktober auch Sa und So 14.30 - 17.00 Uhr

Gruppenführungen - falls gewünscht mit Turmbesteigen - nach Anmeldung. Absprache: 0281/2 89 05 (Küster während der Öffnungszeiten, auch AB).

Küster: Volker Blennemann, kuester-dom(at)kirchenkreis-wesel.de

Siehe auch:

www.dombauverein-wesel.de

www.weseler-dommusik.de

 

Das Gemeindehaus ‚Haus am Dom‘

Das ehemalige Jugendhaus der Kirchengemeinde am Willibrordiplatz 10 wurde 1994 aufwändig saniert und umgebaut zum Gemeindehaus ‚Haus am Dom‘. Seit der Einweihung am 11.9.1994 ist das Haus ein Ort der Begegnung für Jung und Alt, Gruppen, Kurse der Familienbildungsstätte sowie Einzelveranstaltungen. Seit 2 Jahren finden auch Sprachkurse für Flüchtlinge mit dem Kooperationspartner VHS Wesel statt.

Die barrierefreie Erreichbarkeit und moderne Ausstattung des Hauses bieten Gemeinde und Besuchern viele Möglichkeiten.

2014 haben wir mit einem fröhlichen Gottesdienst und Sommerfest das 20jährige Jubiläum gefeiert und freuen uns auf weiteres lebendiges Gemeindeleben in der Innenstadt.

   

Treppe und Rampe außen                        Flur EG innen                                          Großer Saal

   

  KU Raum                                                 Café                                                         Großer Saal

Ein Überblick findet sich im jeweiligen Gemeindebrief.

Gruppen und Kreise:

Dienstagstreff der Frauen

Haus-Bibelkreis

Domkantorei Wesel

Bläserchor

Synodaler Bläserkreis

GospelTrain

Männerkochgruppen A,B,C

Die Dombiker

Töpfergruppe

Aquarellmalkreis

Dänische Kreuzstichstickerei

DomNetz – Mehrgenerationeninternetcafé

Dom-Frauenhilfe (ab und an – im Wechsel mit Lutherhaus)

Dompfadfinder

Konfirmandensamstage

Miniclubs und PEKIP

und Gastgruppen

Öffnungszeiten/Kontakt:

i. d. Regel: Mo- Do von 9-13 Uhr und von 14.30 – 17 Uhr; Frei 9-13 Uhr

Gruppen/Veranstaltungsteilnehmer treffen sich in Eigenverantwortung natürlich auch abends

Hausmeister: Johann Löw, Tel. 0281/ 21374; johannloew(at)kirche-wesel.de